Generalversammlung 2026

27. März 2026, Widder Hotel Zürich

Am 27. März 2026 versammelten wir uns zur diesjährigen General-Versammlung im stilvollen Ambiente des Widder Hotel in Zürich. Unser Maître, Bruno Strässle, eröffnete den Anlass mit gewohnter Souveränität und führte durch den offiziellen Teil des Abends.

Bruno erklärte zudem, dass wir zwei Abgänge an Mitgliedern hatten, aber mit Freude und lauter Akklamation, wurden drei neue Mitglieder in unsere Commanderie aufgenommen. Thomas Korent erwähnte die spannende Reise ins Tessin, welche vom 2. bis 4. Oktober 2026 stattfinden wird – bitte merkt Euch dieses Datum vor, die Einladung wird demnächst verschickt.

Im Anschluss an den offiziellen Teil, durften sich die Commandeure einem kulinarischen Erlebnis auf höchstem Niveau hingeben: die Küche von Stefan Heilemann verwöhnte mit präzisen und zugleich inspirierten Kompositionen, welche die Weine in idealer Weise begleiteten.

Einen besonderen Glanzpunkt setzte der Besuch von Jean-Philippe Delmas, Generaldirektor der Domaine Clarence Dillon, welcher nun in 3. Generation für die renommierten Weingüter La Mission Haut-Brion und Haut-Brion verantwortlich ist. Mit seinen inspirierenden Ausführungen gewährte er faszinierende Einblicke in die Philosophie und Handschrift dieser grossen Châteaux in Pessac-Léognan und erläuterte, was sie so einzigartig macht. Unter anderem erklärte er, dass für ihn das Terroir wichtiger ist als die Assemblage, denn nur das Terroir ist für die Qualität der Weine verantwortlich.

Zum Aperitif wurde der Blanc de Blanc Cremant Château Bauduc gereicht. Den Wein-Auftakt bildete La Clarté de Haut-Brion 2019, ein weisser Bordeaux von bemerkenswerter Frische und Eleganz. Als Assemblage aus Sauvignon Blanc und Sémillon vereint er aromatische Präzision mit feiner Struktur und zeigt die oft unterschätzte Klasse der weissen Gewächse aus Pessac-Léognan.

Im ersten Flight der Rotweine wurden mit La Chapelle de la Mission Haut-Brion 2016 und La Clarence de Haut-Brion 2016 die Zweitweine der beiden grossen Châteaux präsentiert. Diese zeichnen sich durch ihre zugänglichere Art aus, ohne dabei die charakteristische Tiefe und Noblesse ihrer Herkunft zu verleugnen. Der Jahrgang 2016 gilt als aussergewöhnlich ausgewogen und verleiht den Weinen eine bemerkenswerte Harmonie zwischen Frucht, Struktur und Frische.

Der zweite Flight widmete sich den Grand Vins selbst: La Mission Haut-Brion 2012, Haut-Brion 2012, La Mission Haut-Brion 2009 sowie Haut-Brion 2009. Hier offenbarte sich eindrucksvoll die stilistische Feinheit beider Güter: Während La Mission Haut-Brion oft durch Kraft, Tiefe und eine markante Struktur besticht, zeigt sich Haut-Brion mit einer subtileren, fast seidigen Eleganz. Der Vergleich der Jahrgänge 2012 und 2009 verdeutlichte zudem die Vielfalt grosser Bordeaux-Jahre – von klassischer Balance bis hin zu opulenter Reife.

Im dritten Flight wurden mit La Mission Haut-Brion 1998 und Haut-Brion 1998 gereifte Weine serviert, die eindrucksvoll das Lagerpotenzial dieser Ikonen unter Beweis stellten. Mit tertiären Aromen, komplexer Würze und harmonisch eingebundener Struktur zeigten sie die zeitlose Grösse dieser Grand Crus und lieferten ein unvergessliches Geschmackserlebnis in Verbindung mit der Auswahl an Rohmilchkäse von «Maître Antony».

Den krönenden Abschluss bildete der Château d’Yquem 2009 – ein legendärer Sauternes, der mit seiner opulenten Süsse, getragen von lebendiger Säure, sowie seiner nahezu unendlichen aromatischen Tiefe den Abend auf höchstem Niveau abrundete.

Die Generalversammlung 2026 wird den Teilnehmenden nicht nur als formeller Anlass, sondern als eindrucksvolle Verbindung von Freundschaft, Genuss und grosser Weinkultur in Erinnerung bleiben.

Bordeaux, toujours Bordeaux.


Ein grosser Abend mit Château Léoville-Poyferré

16. Februar 2026, Restaurant Tracht Rüschlikon


Im stilvollen Rahmen des Restaurants Tracht in Rüschlikon lud unsere Commanderie de Bordeaux eines der renommiertesten Weingüter aus Saint-Julien ein: Château Léoville-Poyferré.

Das im 17. Jahrhundert gegründete Weingut umfasst heute rund 80 Hektar Rebfläche im nördlichen Teil von Saint-Julien und zählt damit zu den bedeutendsten Gütern der Appellation. Seit den 1920er-Jahren wird es von der Familie Cuvelier geführt, heute unter der Leitung von Sara Lecompte Cuvelier.

Gemeinsam mit Claire Ridley, Commercial & Marketing Managerin des Weinguts, erlebten wir eine eindrucksvolle Vertikalverkostung. In drei Flights wurden jeweils der Grand Vin Léoville-Poyferré und der Zweitwein Pavillon de Léoville-Poyferré im direkten Vergleich desselben Jahrgangs präsentiert.


Erster Flight: Jahrgang 2017
Der elegante, oft unterschätzte Jahrgang 2017, zeigte sich präzise, mit klarer Frucht, feiner Tanninstruktur und kühler Stilistik. Der Grand Vin überzeugte mit Kraft und Struktur, während der Pavillon zugänglicher und charmant wirkte. Der Ausbau zu 80 % in neuen Eichenholz Fässern war deutlich spürbar und half vielen Gästen, den Grand Vin zu identifizieren.

Zweiter Flight: Jahrgang 2015
Der grosse Jahrgang 2015 brachte Dichte, Tiefe und bemerkenswerte Balance ins Glas und machte die Unterscheidung zwischen Grand Vin und Pavillon anspruchsvoller. Besonders spannend war Claire Ridleys Hinweis auf den gezielten Einsatz des „Vin de Presse“, der dem Pavillon zusätzliche Komplexität und Struktur verleiht.

Dritter Flight: Jahrgang 2016
Den Höhepunkt bildete der vielfach gefeierte Jahrgang 2016. Struktur, Konzentration und enormes Reifepotenzial unterstrichen das Qualitätsniveau des Hauses. Interessanterweise wurde der 2016er von einigen Commandeuren im direkten Vergleich mit 2015 als reifer eingeschätzt, eher in Richtung 2010.


Ein besonderes Highlight

Zum Abschluss überraschte Daniel Bischof mit einer Impériale Léoville-Poyferré 2009 aus seinem privaten Keller. Für ihn ein emotionaler Moment, da Léoville-Poyferré der erste Bordeaux war, den er erwarb und der Jahrgang 2009 zugleich der erste des Châteaus mit 100 Parker-Punkten ist. Ein beeindruckender Wein und ein würdiger Höhepunkt des Abends.

Der direkte Vergleich von Grand Vin und Zweitwein machte eindrucksvoll die Philosophie des Hauses sichtbar: konsequente Selektion, präziser Ausbau und ein klares Bekenntnis zum Terroir von Saint-Julien.

Es war ein spannender Abend mit vielen Einblicken in die Qualitätsaspekte und Selektionskriterien des Château Léoville-Poyferré. Wir haben aus erster Hand erfahren, wie der Grand Vin Léoville-Poyferré und der Zweitwein Pavillon de Léoville-Poyferré designt werden und welche Jahrgänge sich wie entwickeln. Ob man nun ein Liebhaber der Komplexität ist oder eher die direkte Zugänglichkeit schätzt, es war für jeden Geschmack ein besonderer Tropfen dabei.

Bordeaux, toujours Bordeaux.


CdB Anlass mit Damien Barton
von Léoville Barton und Langoa Barton

24. November 2025, Restaurant Lulu Zürich

Im weihnachtlichen Iglu des Restaurants Lulu in Zürich durften wir einen aussergewöhnlicher Bordeaux-Abend mit Fokus auf den Weingütern der Familie Barton erleben. Die Degustation bot eine beeindruckende Reise durch verschiedene Jahrgänge und Stile – von jung und elegant bis hin zu gereift und komplex. Zudem waren wir alle sehr stolz, dass Damien Barton (10. Generation der Barton-Dynastie) vor Ort war und die Gäste mit beeindruckenden Hintergrundinfos begeisterte.

Den Auftakt machte Château Brane-Cantenac 2021, ein frischer, filigraner Margaux aus einem klassischen, kühleren Jahr. Danach folgte der Château Mauvesin Barton 2015, der dank des warmen Jahrgangs besonders zugänglich, rund und charmant wirkte.

Der erste Höhepunkt kam mit Château Léoville Barton 2006, einem strukturierten, klassischen Saint-Julien, gefolgt vom noch jugendlichen, aber dennoch kraftvollen Château Langoa Barton 2016.

Besonders beeindruckend präsentierte sich der zweite Flight im gleichen Jahrgang Château Léoville Barton 2005 und Château Langoa Barton 2005. Wir hatten alle Mühe, den Jahrgang 2005 zu erraten, da sich vor allem der Léoville doch noch sehr verschlossen und jung präsentierte. Im Vergleich dazu zeigte sich der Langoa eleganter und etwas zugänglicher wegen seinem etwas höheren Merlot-Anteil. Es war ein spannendes Erlebnis, die beiden Châteaux im gleichen Jahrgang gegeneinander zu degustieren.

Die gereiften Noten setzten sich fort mit Château Léoville Barton 2004, ein Jahrgang, der als Primeur nicht für Furore sorgte, jedoch sehr trinkreif ist. Wunderschöne, tiefgründige Frucht gepaart mit Komplexität und viel Eleganz. Hier zeigte sich wieder einmal die Langlebigkeit eines Léoville Barton. Den Abschluss bildete Château Langoa Barton 2007, ein leichterer, weicher Jahrgang, der heute seine Trinkreife voll ausspielt.

Der Abend bot einen faszinierenden Überblick über die Handschrift der Barton Weingüter und zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich Bordeaux je nach Jahrgang und Stilistik auftreten kann, von subtiler Eleganz bis hin zu kraftvoller Komplexität.

Bordeaux, toujours Bordeaux.


Einige Highlights der letzten Jahre